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Für Berufseinsteiger, Azubis und junge Leute kann sich das Altersvorsorgedepot besonders lohnen. Wer unter 25 ist, bekommt einmalig 200 € Berufseinsteigerbonus. Schon ab 10 € im Monat legt der Staat 50 % obendrauf. Und weil bis zur Rente viele Jahrzehnte vergehen, kann der Zinseszinseffekt aus kleinen Beträgen eine spürbare Summe machen. Studenten sind allerdings meist nur förderberechtigt, wenn sie einen rentenversicherungspflichtigen Job haben.
Hier erfährst du, wer gefördert wird, welche Zulagen es gibt und was ein früher Start bewirken kann. Grundlage ist das verkündete Altersvorsorgereformgesetz, das ab dem 1. Januar 2027 gilt (Stand: November 2026).
Wer ist förderberechtigt?
Förderberechtigt bist du, wenn du in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert bist. Für junge Leute betrifft das vor allem:
- Azubis: Auszubildende sind in der Regel rentenversicherungspflichtig und damit unmittelbar förderberechtigt.
- Berufseinsteiger: Wer als Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, gehört dazu.
- Mini- und Midijobber: förderberechtigt, wenn sie Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Wer sich im Minijob von der Rentenversicherung befreien lässt, ist nicht förderberechtigt.
- Junge Beamte, etwa Anwärter, sind ebenfalls förderberechtigt. Mehr dazu im Ratgeber für Beamte.
Und Studenten?
Ein Studium allein macht dich nicht förderberechtigt. Studenten sind in der Regel nur dann gefördert, wenn sie rentenversicherungspflichtig sind, zum Beispiel durch einen Job mit Rentenversicherungsbeiträgen. Ob das bei dir zutrifft, hängt von der Art deiner Beschäftigung ab.
Achtung: Die Regeln zur Versicherungspflicht bei Studentenjobs, Werkstudententätigkeiten und Praktika sind kompliziert. Prüfe im Zweifel deine Lohnabrechnung, ob Rentenversicherungsbeiträge abgezogen werden, oder frag bei der Deutschen Rentenversicherung nach.
Bist du mit einem Partner verheiratet, der förderberechtigt ist, kannst du unter Umständen mittelbar gefördert werden. Den Berufseinsteigerbonus gibt es in diesem Fall aber nicht. Details findest du im Ratgeber Ehepartner mittelbar förderberechtigt.
Welche Förderung gibt es für junge Leute?
200 € Berufseinsteigerbonus
Wer unter 25 Jahre alt ist, bekommt einmalig 200 € zusätzlich. Der Bonus kommt auf die normale Grundzulage obendrauf.
Grundzulage schon bei kleinen Beträgen
Die Grundzulage ist einkommensunabhängig. Auf Eigenbeiträge bis 360 € im Jahr gibt es 50 %, auf den Teil bis 1.800 € weitere 25 %. Gerade bei kleinen Beiträgen ist die Förderquote damit sehr hoch.
| Monatlicher Eigenbeitrag | Jahresbeitrag | Grundzulage pro Jahr |
|---|---|---|
| 10 € | 120 € | 60 € |
| 30 € | 360 € | 180 € |
| 50 € | 600 € | 240 € |
| 100 € | 1.200 € | 390 € |
| 150 € | 1.800 € | 540 € |
Wichtig: Du musst mindestens 120 € im Jahr einzahlen, also 10 € im Monat. Darunter gibt es keine Zulage. Deine persönliche Förderung kannst du mit dem Zulagenrechner berechnen.
Der Zinseszinseffekt: Warum ein früher Start viel bewirkt
Beim Zinseszins werden Erträge wieder angelegt und bringen selbst wieder Erträge. Je länger das Geld angelegt ist, desto stärker wirkt dieser Effekt. Ein Beispiel zur Orientierung: Bei einer angenommenen Rendite von 5 % pro Jahr verdoppelt sich ein Betrag in rund 14 Jahren.
Rechenbeispiel mit klaren Annahmen
Wir vergleichen zwei Personen, die jeweils 50 € im Monat einzahlen. Unsere Annahmen:
- Eigenbeitrag 600 € im Jahr, dazu 240 € Grundzulage, also 840 € pro Jahr im Depot
- angenommene Rendite von 5 % pro Jahr nach Kosten, gleichbleibend
- Einzahlung jeweils am Jahresende, Auszahlungsbeginn mit 65
- ohne Berufseinsteigerbonus, ohne Steuern im Alter und ohne Inflation
| Start mit 20 | Start mit 35 | |
|---|---|---|
| Spardauer | 45 Jahre | 30 Jahre |
| Eigene Einzahlungen | 27.000 € | 18.000 € |
| Zulagen | 10.800 € | 7.200 € |
| Summe der Einzahlungen | 37.800 € | 25.200 € |
| Depotwert mit 65 (gerundet) | rund 134.100 € | rund 55.800 € |
Die Person, die mit 20 beginnt, zahlt nur 9.000 € mehr aus eigener Tasche ein. Ihr Depot ist nach diesen Annahmen aber mehr als doppelt so groß. Der Grund sind die zusätzlichen 15 Jahre, in denen die Erträge wachsen können.
Auch der Berufseinsteigerbonus profitiert davon: Unter denselben Annahmen würden 200 €, die mit 20 eingezahlt werden, in 45 Jahren auf rund 1.800 € anwachsen.
Achtung: Das ist eine vereinfachte Modellrechnung, keine Prognose. Eine Rendite von 5 % pro Jahr ist nicht garantiert. Fonds- und ETF-Kurse schwanken, es kann auch längere Verlustphasen geben. Die tatsächliche Rendite hängt von der Anlage, den Märkten und den Kosten ab.
Wie sich unterschiedliche Sparraten und Laufzeiten auswirken können, kannst du mit unserem Rentenrechner ausprobieren.
Worauf junge Leute achten sollten
Klein anfangen ist besser als gar nicht
Gerade am Anfang des Berufslebens ist das Geld oft knapp. Das ist kein Problem: Schon 10 € im Monat bringen die volle 50-%-Förderung auf diesen Betrag. Die Sparrate kannst du später erhöhen, wenn dein Gehalt steigt.
Langfristig denken
Das Geld im Altersvorsorgedepot ist für die Rente gedacht. Die Auszahlung beginnt frühestens mit 65. Kündigst du vorher, musst du Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Für kurzfristige Ziele wie Führerschein, Auto oder Reise ist das Altersvorsorgedepot daher nicht geeignet.
Eine Ausnahme gibt es für selbst genutztes Wohneigentum: Dafür darfst du Kapital entnehmen, sofern dein Anbieter das nicht ausschließt.
Kosten im Blick behalten
Bei langen Laufzeiten haben Kosten einen großen Einfluss. Laut Verbraucherzentrale NRW können selbst 1 % Kosten über 40 Jahre rund ein Drittel der Erträge kosten. Für das Standarddepot gilt ein Kostendeckel von im Schnitt höchstens 1 % pro Jahr, für andere Produkte nicht. Vergleiche die Angebote auf unserer Seite Anbieter.
Passende Anlage wählen
Mit 40 oder mehr Jahren bis zur Rente kannst du Kursschwankungen in der Regel besser aussitzen als ältere Sparer. Viele junge Anleger setzen deshalb stärker auf Aktien-ETFs. Wenn du dich nicht selbst um die Auswahl kümmern möchtest, kann das Standarddepot eine Option sein. Welche Fonds erlaubt sind, erklärt der Ratgeber Welche ETFs?.
Altersvorsorgedepot oder normaler ETF-Sparplan?
Viele junge Leute sparen bereits in einem normalen ETF-Sparplan. Der hat den Vorteil, dass du jederzeit an dein Geld kommst. Das Altersvorsorgedepot bietet dafür Zulagen und Steuerfreiheit in der Ansparphase, ist aber bis zur Rente gebunden. Beides lässt sich kombinieren. Einen ausführlichen Vergleich findest du im Ratgeber Altersvorsorgedepot vs. ETF-Sparplan.
Ausblick: Frühstart-Rente
Für Kinder und Jugendliche ist zusätzlich die Frühstart-Rente geplant: 10 € im Monat vom Staat für Kinder von 6 bis 18 Jahren. Ab 18 soll das Guthaben in einen normalen Altersvorsorgevertrag übertragen werden können. Der Bundestag hat das Gesetz am 16. Oktober 2026 beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus. Mehr dazu auf unserer Seite Frühstart-Rente.
Fazit
Für junge Leute kann das Altersvorsorgedepot ein attraktiver Einstieg in die Altersvorsorge sein: hohe Förderquote bei kleinen Beträgen, 200 € Bonus unter 25 und viel Zeit für den Zinseszinseffekt. Voraussetzung ist, dass du förderberechtigt bist und das Geld bis zur Rente nicht brauchst. Weitere Grundlagen findest du auf unserer Hauptseite zum Altersvorsorgedepot und in den FAQ.
Was wird aus deinem Depot?
Endkapital und monatliche Auszahlung ab 65 in drei Szenarien.
Häufige Fragen
Bekomme ich den Berufseinsteigerbonus automatisch?
Der Bonus von 200 € ist für unter 25-Jährige vorgesehen. Das Verfahren dürfte wie bei den übrigen Zulagen in der Regel über den Anbieter laufen, die Details stehen aber noch nicht in allen Punkten fest. Frag bei deinem Anbieter nach, ob du dafür etwas angeben musst.
Was passiert mit meinem Altersvorsorgedepot, wenn ich arbeitslos werde?
Der Vertrag bleibt bestehen. Wer Arbeitslosengeld I bezieht und vorher versichert war, bleibt in der Regel förderberechtigt. Du kannst die Sparrate auch reduzieren, solltest für die Zulage aber mindestens 120 € im Jahr einzahlen.
Kann ich als Azubi mit 10 € im Monat anfangen?
Ja. 10 € im Monat sind genau der Mindesteigenbeitrag von 120 € im Jahr. Dafür gibt es 60 € Grundzulage, also 50 % obendrauf.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot, wenn ich das Geld vielleicht für eine Wohnung brauche?
Vor 65 kommst du grundsätzlich nicht ohne Förderverlust an das Geld. Eine Ausnahme ist die Entnahme für selbst genutztes Wohneigentum, die Anbieter aber ausschließen dürfen. Für kurzfristige Ziele eignet sich ein normales Sparkonto oder Depot meist besser.
Quellen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand siehe oben.